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Vom Traum zum Rad

Warum ein Fahrrad aus Titan?

Warum Titan?

Um das stärkste Argument gegen Titan gleich zu erwähnen und zu entkräften: Der edle, silbermatte Werkstoff werde vorgeblich überall dort eingesetzt, wo Geld nicht die entscheidende Rolle spiele. Dies ist ein Image, was aus unserer Sicht – wenn überhaupt – nur bedingt stimmt.

Titan – Das Wundermetall

Titan ist ein „Premiumwerkstoff“, der seine Prämie aufgrund seiner Möglichkeiten und Vorteile definitiv im Vergleich zu anderen Materialien rechtfertigt und relativiert. Dank Globalisierung, Enthusiasmus und Handwerkkunst ist es heute möglich, edle und schöne, individuelle Kompositionen aus Titan dem begeistertem Fahrer zu einem guten Preis / Leistungsverhältnis anzubieten.

Doch zunächst: Warum also Titan, was fasziniert so an Titan? Warum kann Titan das Material der Wahl sein, warum ist es sein Geld „wert“?

Kai-Michael, Inhaber von TitanLilie: „Mitte der Achtziger bin ich das erste Mal mit dem Mythos Titan in Berührung gekommen. Damals waren die Zeiten noch „eisig“. Rennräder waren aus Stahl, 52 / 38 vorne die kleinste Kurbelgröße, und rasiermesserscharfe Rennradreifen von 19mm oder noch schmaler das Maß der Dinge. (Heute scheint am Rennrad alles größer zu werden: Rohrdurchmesser, Ritzel, Reifenquerschnitte; nur die Kurbeln werden immer kleiner.)

Der Wunderstoff dieser Zeit war Titan. Mystisch, unverwüstlich, teuer. Raumfahrt, aus Titan geschweißte U-Boot Körper, Wunderwerkstoff des Kalten Krieges. Karbon, damals schon mal gehört, aber absolut noch ein Experimentierstoff. Alu, zu weich. Damals schien es so, als ob Titan der Werkstoff der (Rennrad) Zukunft sei, lediglich mit zwei Nachteilen für die breite Masse: erstens zu „wenig“, und damit zweitens zu „teuer“.

2008 habe ich mir dann endlich meinen ersten Titanrahmen geleistet, und mir darauf basierend mein Traumrad zusammengebaut. Der Rahmen selbst hat jetzt bereits über 40.000 km (Stand 2020) runter. Und damit eine erste Antwort auf ein Warum Titan? Es altert nicht. Das Rad sieht nahezu mit etwas Patina aus wie neu. Trotz Straße, Schotter, Regen, Dreck, Schweiß, Fett, Teer, Staub.

Darüber hinaus: Keine Angst, das die Karbonstruktur bei einem Sturz Schaden genommen haben könnte, oder das irgendwo der Rahmen von innen anfängt zu rosten, oder das Aluminium im Alter durch die Kilometer weich wird. Titan bleibt Titan. Auch wenn wir Falten kriegen, und unsere Kinder – die hoffentlich das Rad „modernisiert“ mit neuen Komponenten weiterfahren – ebenfalls, das Herz eines Rades aus Titan benötigt kein „Lifting“.

Teuer? Die Kosten

Nun ein noch ein paar weitere„hard facts“ von uns: Titan kommt in der Erdkruste mit knapp 0,5% am neunt häufigsten vor, dabei jedoch nicht rein. Erst seit Ende der dreißiger Jahre kann Titan im industriellen Maßstab gewonnen werden. Der Herstellungsprozess ist nach wie vor sehr aufwendig und somit äußerst teuer. Als Daumenwert: eine Tonne kostet ca. 25.000 €, während eine Tonne einfacher Stahl für etwa 800 € zu bekommen ist, und eine Tonne Alu für 1.500. Titan – eine Diva unter den Metallen, die wenig verzeiht – ist wegen seiner hexagonalen Kristallstruktur relativ schlecht formbar. Diese Eigenschaft sorgt dafür, dass verarbeitenden Werkzeuge hohen Belastungen und damit Verschleiß ausgesetzt sind. Das Bearbeiten bzw. Herstellen von Rohren und anderen Formen ist somit ein zusätzlicher signifikanter Kostenposten für die Bereitstellung dieses Materials für die weitergehende Verarbeitung. Zudem verlangt dieses Metall in der weitere Verarbeitung, insb. beim Schweißen der Rohre, nahezu „klinische“ Reinheit. Titan ist bei hohen Temperaturen hoch reaktiv, es muss daher unter Edelgas (i.d.R. Argon) verarbeitet werden; dies stellt sicher, dass einem die Werkstatt nicht um die Ohren fliegt. All dies macht die Nutzbarmachung des Metalls nicht günstiger. Am Ende steht jedoch ein absoluter Superwerkstoff; eine schöne und elegante Diva, die umso besser behandelt, umso besser wirkt (nach außen und als Material).

Nachhaltigkeit

Wie oben dargestellt, ist die Verarbeitung sehr energieaufwändig, was Titan nicht unbedingt nachhaltig erscheinen lässt; da es aber nahezu unverwüstlich und recycelbar ist, stellt sich seine Bilanz im Vergleich zu anderen Materialien und hier insb. Karbon jedoch recht vorteilhaft dar.

Weitere Besonderheiten

Was für weitere Vorteile sprechen für Titan? Titan bildet an der Luft eine äußerst beständige oxidische Schutzschicht aus, die es gegen viele verschiedenste Einwirkungen wirkungsvoll schützt. Reines Titan selbst ist lediglich mittelmäßig hart, allerdings erreicht man durch den Zusatz bereits geringer Mengen von Aluminium und Vanadium eine hohe Festigkeit bei einer relativ geringen Dichte. Diese Legierungen sind bei geringem Gewicht extrem korrosionsbeständig und ermüden kaum. Aufgrund seiner hohen Duktilität und Belastungsfähigkeit zerkratzt es nicht und ist unempfindlich gegen Einbeulungen und Risse. Titan kann sich um bis zu 30% plastisch verformen, bevor es reißt, und sticht damit jedes andere verwendete Material im Fahrradbau aus. Weitere bisher nicht angeführte Argumente für den Werkstoff Titan: Räder aus Titan wird nachgesagt, dass sie über den Untergrund schwebten. Dem Material wohnt ein vertikaler Flex inne, der für ein unnachahmliches Gleiten sorgt, dem ein Stahlrad noch am ehesten nahe kommt. Des Weiteren: Ein Titanrad benötigt keine Lackierung, sein Farbton ist unverwechselbar.

Fazit

Inhaber Kai-Michael:

„Ein Titanrad unterliegt keiner Mode. Im besten Fall hält es ein Leben lang. Und damit können sich unsere Erben am zeitlosen Unikat erfreuen und sich unser erinnern. Titan ist für mich das Nonplusultra, sowohl rational als emotional, etwas Besonderes, ein Statement.“

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